Attraktionen für Millionen
Der Mix aus klassischem Sightseeing und neuen Sensationen lockt Jahr für Jahr mehr Besucher nach Hamburg
Noch nach fast 1200 Jahren muss man Bischof Ansgar dankbar dafür sein, dass er die „Hammaburg“ auf dem Plateau zwischen Alster und Elbe einst ausbauen ließ. Schließlich schrieb er damit die grandiose Lage einer Stadt fest, die heute einen herrlichen See inmitten der City vorzuweisen hat, von malerischen Fleeten und Kanälen durchzogen ist und zumindest in den warmen Monaten fast südländisches Flair verströmt. Apropos Italien: Dass die Hansestadt mehr Brücken zählt als Venedig, Amsterdam und Stockholm zusammen – das macht die Dimensionen der Wasser-Stadt Hamburg erst so richtig deutlich.
Vielleicht nicht direkt wegen der Brücken, sicher aber wegen des Lebensgefühls und der unzähligen Attraktionen wird Hamburg als Touristenziel immer beliebter. Fast 4,4 Millionen Besucher kamen 2009 an die Elbe, sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im gleichen Maß stieg auch die Zahl der Übernachtungen – Ähnliches konnten von den europäischen Metropolen nur Barcelona und Berlin vermelden.
Es ist die Mischung aus ewigen Klassikern und neuen Reizen, die Hamburgs Gäste anzieht: Ein Gang über die Reeperbahn und über den Fischmarkt, der seit 1703 sonntags morgens Nachtschwärmer und Frühaufsteher vereint. Der Dom, der seit 1893 seinen Platz auf dem Heiligengeistfeld hat und dreimal im Jahr stattfindet. Die barocke Michaeliskirche, die nach jahrzehntelanger Sanierung in neuem Glanz erstrahlt und alle Bezwinger der 453 Turmstufen mit einem Traum-Blick belohnt (ja, es gibt auch einen Fahrstuhl). Hagenbecks Tierpark, 1907 errichtet und jüngst um ein Tierpark-Themenhotel ergänzt. Das schon fast legendäre Miniatur Wunderland, die größte Modelleisenbahn der Welt, die im Sommer um einen Flughafen erweitert wird. Die Musical-Szene, die im Herbst mit der Premiere von „Sister Act“ wieder einmal aufgefrischt wird. Und, und, und… Man sieht schon: All das ist mit einem Besuch nicht zu schaffen. Aber dem alten Ansgar, dem sollte man zwischendurch mal kurz zuprosten. Mit einem Alsterwasser natürlich.
