13.06.2012

Hamburg und Osaka – Zwei Städte zwischen Tradition und Aufbruch

Tatsächlich kann sich ein Bewohner Osakas in der norddeutschen Hafenmetropole fast wie zuhause fühlen: Im Frühling blühen in Hamburg rund 5.000 Kirschbäume, das Teehaus im japanischen Garten lädt zur Teezeremonie und zahlreiche Institutionen halten die japanische Kultur im Alltag lebendig. Shopping, Kultur, Nachtleben oder Architektur: Beide Städte verbindet eine internationale, weltoffene Atmosphäre. Beide sind „Tore zur Welt“, wirtschaftlich und kulturell führende Metropolen, die zugleich ihre kostbaren Traditionen und Bauwerke zu schätzen und zu bewahren wissen.

 Im Herzen beider Städte fest verankert ist der Hafen. Anders als Osaka liegt Hamburg nicht direkt am Meer, sondern am Fluss Elbe, besitzt aber einen der größten Containerhäfen der Welt. Wie Osaka, das „Venice of the East“, ist auch Hamburg von  unzähligen Wasserstraßen durchzogen. Und während Osaka seine „Aqua Metropolis“ realisiert, baut auch Hamburg einen komplett neuen Stadtteil am Wasser, die HafenCity, eines der größten europäischen Stadtplanungsprojekte. Mitten hindurch führt eine wichtige Verbindungsstraße: die Osakaallee.

 Fast schon symbolisch scheint es, dass die Städtepartnerschaft im Jahr 1989, während des 800. Geburtstags des Hamburger Hafens, besiegelt wurde. Anschließend feierten die Hamburger die neue Freundschaft mit einer „Japan-Woche“, die neben kulturellen Veranstaltungen auch ein hochrangig besetztes deutsch-japanisches Wirtschaftssymposium mit der Beteiligung Osakas umfasste.

 Wirtschaftlich pflegen Osaka und Hamburg seither enge Beziehungen. Die zentrale Lage des Hafens in Europa macht Hamburg zu einem bevorzugten Standort für japanische Unternehmen: Rund 100 haben einen Standort in der Hansestadt, etwa 540 Hamburger Unternehmen haben geschäftliche Beziehungen mit Japan (2009).

 Doch nicht nur wirtschaftlich arbeiten Osaka und Hamburg erfolgreich zusammen, sie kooperieren auch in Politik, Recht, Bildung, Wissenschaft, Kunst, Kultur und Sport. So begegnen sich Handball-mannschaften wechselseitig bei den „Good-Will-Games Hamburg-Osaka“ und die Universität Hamburg arbeitet eng mit der Osaka City Universität zusammen. 1991 ließ Hamburg eine Parkanlage von dem Landschaftsarchitekten Yoshikuni Araki aus Osaka gestalten: Der japanische Garten im Park Planten und Blomen ist seitdem der größte japanische Garten Europas.

Das schönste Bild der Japan-Verbundenheit der Hansestadt zeichnet sicher das alljährliche  Kirschblütenfest an der Außenalster, dem großen innerstädtischen See in Hamburg. Jedes Frühjahr im Mai erstrahlen die Kirschbäume des Alsterufers im Licht eines grandiosen Feuerwerks, mit dem sich die japanische Gemeinde für die Gastfreundschaft Hamburgs bedankt. Alle zwei Jahre wird im Rahmen des Festes die Kirschblütenprinzessin gewählt, eine Sonderbotschafterin Hamburgs, die die Hansestadt in Japan repräsentiert. Natürlich darf eine Station niemals auf dieser Reise fehlen: Osaka.

2012 bieten die „Hamburg Cruise Days“ eine wunderbare Gelegenheit, die Partnerstadt Hamburg zu besuchen und weitere Gemeinsamkeiten zu entdecken. Vom 17. bis 19. August 2012 holen die „Hamburg Cruise Days“ die faszinierende Welt der Kreuzfahrt nach Hamburg. Der Hamburger Hafen heißt nicht nur sieben Traumschiffe, sondern auch alle Besucher aus Osaka herzlich willkommen!