13.06.2012

Hamburg und St. Petersburg – Zwei Häfen, eine Freundschaft

1957 besiegelten Hamburg und St. Petersburg ihre Partnerschaft unter den schwierigen Bedingungen des Kalten Krieges. Für Hamburg war es die erste Städtepartnerschaft, für Deutschland sogar die erste Partnerschaft mit einer russischen Stadt überhaupt. Heute ist die Beziehung lebendiger und stabiler denn je. Neben gemeinsamen Projekten im wirtschaftlichen, wissenschaftlich-technischen, kulturellen und sozialen Bereich wird sie vor allem von zahlreichen privaten Freundschaften (geschätzte 30.000) getragen.

Eigentlich kein Wunder, denn St. Petersburg und Hamburg haben vieles gemeinsam: Beide sind Hafenstädte, beide verstehen sich als weltoffene Metropolen: St. Petersburg wurde von Peter dem Großen als „Fenster nach Europa“ angelegt; Hamburg bezeichnet sich selbst als „Tor zur Welt“. Beide sind die zweitgrößten Städte ihres Landes – auch wenn Hamburg mit nur 1,8 Millionen Ein-wohnern gegenüber der 5-Millionen-Metropole St. Petersburg recht überschaubar wirkt.

Im Herzen beider Städte fest verankert ist der Hafen. Sankt Petersburg ist nicht nur eines der wichtigsten Kultur-, Wissenschafts- und Wirtschaftszentren, sondern auch der wichtigste russische Ostseehafen und ein bedeutender Binnenschiffahrtshafen. Hamburg besitzt einen der größten Containerhäfen der Welt. Genau wie St. Petersburg wird auch Hamburg „Venedig des Nordens“ genannt; beide Städte liegen an einem großen Fluss und sind von zahlreichen Wasserstraßen durchzogen. St. Petersburg gilt als windig und regnerisch; Hamburg hält mit seiner „Steifen Brise“ und typisch norddeutschem Nieselregen dagegen.

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland reichen bis ins Mittelalter zurück. Heute ist Russland für den Hamburger Hafen der bedeutendste Handelspartner in Mittel- und Ost-europa und der drittwichtigste weltweit. Circa 99 Prozent des Handels auf dem Wasserweg zwischen Russland und Hamburg wird über St.Petersburg abgewickelt. Auch für Russland hat der Hamburger Hafen eine besondere Bedeutung. Er ist die Drehscheibe für den Handel Russlands mit der Europäischen Union. Rund 120 russische Firmen haben sich in Hamburg niedergelassen. Ca. 660 Hamburger  Firmen unterhalten Wirtschaftskontakte nach Russland.





Um die ökonomischen und kulturellen Verbindungen zwischen beiden Städten weiter auszubauen wurde 2006 in Hamburg das St. Petersburger Außenwirtschaftsbüro eröffnet. Als Gegenstück besteht in St. Petersburg seit 2005 das Hanse-Office, ein gemeinsames Büro von Hamburg und Schleswig-Holstein.

Doch nicht nur wirtschaftlich lebt und wächst die Partnerschaft von Jahr zu Jahr. Auch im Bildungs- und Wissenschaftsbereich, auf sozialer Ebene und kulturell finden zahlreiche Kooperationen statt. Dazu gehören die Zusammenarbeit der staatlichen Hochschulen sowie verschiedene Schüler-, Jugend, Studenten- und Praktikantenaustauschprogramme. Gesundheitsexperten beider Städte tauschen sich in verschiedenen Projekten aus. Künstler- und Kultureinrichtungen arbeiten eng zusammen, z.B. die Eremitage mit der Hamburger Kunsthalle und das Mariinski-Theater mit dem Hamburg Ballett. Vorwiegend im sozialen Bereich engagieren sich rund 45 Hamburger Orga-nisationen und Stiftungen in St. Petersburg. Durch Mitwirkung des Umweltschutzamtes von Hamburg wurde in St. Petersburg das ECAT-Umweltzentrum gegründet, das sich dem Schutz des Ostseeraumes widmet.

2012 bieten die „Hamburg Cruise Days“ eine wunderbare Gelegenheit, die Partnerstadt Hamburg zu besuchen und weitere Gemeinsamkeiten zu entdecken. Vom 17. bis 19. August 2012 holen die „Hamburg Cruise Days“ die faszinierende Welt der Kreuzfahrt nach Hamburg. Der Hamburger Hafen heißt nicht nur sieben Traumschiffe, sondern auch alle Besucher aus St. Petersburg herzlich willkommen!